Carstens Computer Spezial

ausgesuchte Infos zu den Betriebssystemen Linux, BSD und OpenSolaris - because OpenSource matters ...

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Sie sind hier:

Das freie Unixsystem FreeBSD

E-Mail Drucken PDF

Im Brennpunkt Nr. 9

Das Bild zeigt eine Glühbirne. Copyright: Carsten Rohmann

Der folgende Artikel steht unter einer Creative Commons Lizenz (Link) mit den Bedingungen:  Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, Weitergabe unter gleichen Bedingungen, 3.0 Unported. Autor: Carsten Rohmann.

Bitte beachten Sie bei der Weiterverwendung dieses Beitrages die Lizenzbedingungen. Vielen Dank.

 

 

Das freie Unixsystem FreeBSD

von Carsten Rohmann

 

FreeBSD (Link) ist ein freies Unix aus den frühen 90er-Jahren, das auf ein Unix-System zurückgeht, das an amerikanischen Universitäten in Zusammenarbeit mit Firmen entstand (Link). Bisher wurde es primär als Serversystem eingesetzt. Sein Verwendungszweck ist daher identisch z. B. mit dem eines puren Slackware Linux oder Debian GNU/Linux. Wie bei freien Unix-Systemen üblich, ist das Grundsystem ein Baukasten aus Binärpaketen (und ggf. Ports, die Quellcode verarbeiten), aus dem der Systemverwalter ein auf seine Erfordernisse zugeschnittenes Betriebssystem zusammenstellen kann: wie ein Diamant im Rohzustand, den man nahezu beliebig in die gewünschte Form schleifen kann. Also so, wie früher viele Linux-Distributionen waren. Das erfordert viel Kenntnis und Zeit, das Ergebnis ist dafür ein individuell angepasstes Betriebssystem.

Bei BSD-Systemen (ja, es gibt mehrere davon) gestaltet sich übrigens die Kernelkompilierung etwas einfacher als bei Linux: eine Textdatei editieren, Kompilierung anstoßen, alten Kernel sichern, neuen Kernel an die richtige Stelle kopieren - fertig. Bei FreeBSD z. B. läuft das inzwischen fast völlig automatisch ab. Unter BSD-Systemen ist die Kernelerstellung auch für Einsteiger ein Muss, da im originalen Auslieferungszustand im Kernel viele Treiber einfach noch nicht drin sind bzw. Kernelmodule fehlen und entsprechende Hardware somit nicht sofort angesprochen werden kann.

Was sind ,,Ports"?

Bei den Ports (Link) handelt es sich um tausende Programme, die zusätzlich installiert werden können und deren Bestand und Versionen fortlaufend durch das FreeBSD-Projekt gepflegt werden; jeder Port hat einen eigenen Betreuer (Maintainer). Die Ports sind nichts anderes als auf FreeBSD zugeschnittene Anweisungen, wie ein Programm aus dem Quellcode zu erzeugen (kompilieren) und zu installieren ist. Es handelt sich also nicht um fertige Pakete, sondern eher um ,,Rezepte'' zum ,,Backen'' eines Programms aus dem Quellcode. Im Port-Verzeichnis finden sich alle dazu notwendigen Informationen zu einem Programm. Der Port enthält nicht das gewünschte Programm selbst, sondern lediglich u. a. die Angaben, wo im Internet der Quellcode des Programmautors zu finden ist, welche Abhängigkeiten gegeben sind und die speziellen Patches, die FreeBSD zur optimalen Anpassung des Programms an das eigene Betriebssystem beim Kompilieren des Programms einspielt. Der Systemverwalter muss nur den Arbeitsvorgang anstoßen.

Den Download des Quellcodes des Programms und ggf. das Auflösen und den Download der Abhängigkeiten, das Konfigurieren, Einspielen der Patches, das Kompilieren und die Programminstallation erledigt FreeBSD völlig automatisch. Das Resultat ist am Ende ein Programm, das an das vorhandene FreeBSD-System optimal angepasst wurde.

Vorteile des Arbeitens mit der Port-Sammlung: Man hat stets Zugriff auf die aktuellsten, verfügbaren stabilen Programmversionen (Sicherheitsaspekte!). Nachteil: je nach Umfang des Programms kann die Erzeugung schnell gehen oder aber auch länger dauern; beispielsweise brauchen OpenOffice.org und KDE bei der Kompilierung aus den Ports enorm viel Zeit.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 26. Februar 2010 um 21:15 Uhr Weiterlesen...