Dieser Artikel ist erschienen in freiesMagazin 07/2008 / Autor: Matthias Kietzke / Lizenz: GNU Free Document License (GNU FDL). Bitte beachten Sie die Lizenzbedingungen, wenn Sie diesen Artikel weiterverwenden. Vielen Dank.
Expertenecke: Das Kommando ,,ls''
von Matthias Kietzke
Dieser Artikel stellt das Kommando ,,ls'' vor, dessen Aufgabe die Anzeige von Verzeichnisinhalten ist.
Als Anwender oder Administrator ist es elementar, sich in Verzeichnissen zurechtzufinden. Das Kommando ls steht für ,,list'' und hat genau diesen Zweck. Es bietet vielfältige Parameter, wovon jedoch nur eine Handvoll für den täglichen Einsatz relevant sein dürften. Der folgende Artikel stellt sie vor und gibt Anwendungshinweise.
Ein einfacher Aufruf von ls zeigt alle Dateien im aktuellen Verzeichnis. Es sei angemerkt, dass unter Linux alles Dateien sind, also auch Verzeichnisse, symbolische Links und weitere Typen. Es wird daher alles angezeigt, was sich im Verzeichnis befindet. Dabei wird eine spaltenweise Darstellung verwendet.
Erweitert man das Kommando um ein Verzeichnis, wird dessen Inhalt angezeigt:
$ ls /var/log
Um sich den Inhalt mehrerer Verzeichnisse anzeigen zu lassen, können diese hintereinander ergänzt werden.
$ ls /var/log /home/user /opt
Um detailliertere Informationen als nur die Dateinamen zu erhalten, kann der Parameter -l (kleines L, steht für ,,long format'') verwendet werden:
$ ls -l /var/log
Hierbei werden alle Dateien untereinander mit folgenden Informationen in dieser Reihenfolge angezeigt:
Typ und Dateirechte (Unterstützt das Dateisystem ACLs und sind diese hinterlegt, wird die Anzeige durch ein ,,+'' ergänzt.)
Anzahl der Links, die auf diese Datei zeigen
Name des Dateibesitzers
Name der Besitzergruppe
Dateigröße in Bytes
Datum der letzten Änderung (mtime)
Der Dateiname selbst
Das erste Zeichen dieser Ausgabe gibt den Dateityp an. Steht dort ein d, handelt es sich um ein Verzeichnis (,,directory''). Ein Bindestrich (-) steht für eine reguläre Datei. Symbolische Links werden mit einem l (kleines L für ,,link'') dargestellt. Der Parameter -G färbt die Liste entsprechend dieser Typen ein.
Um die Angabe der Dateigröße lesbarer zu formatieren, bietet sich der Parameter -h an. Dieser rechnet die Größe in Kilo-, Mega- oder Gigabyte um und ergänzt die Angabe um K, M oder G.
Achtung:
Bei Unterverzeichnissen wird nicht die Größe des Inhalts angezeigt. Für die Anzeige von Verzeichnisgrößen ist das Kommando du (Disk Usage) besser geeignet. Um jedoch den Inhalt von Unterverzeichnissen mit anzuzeigen, kann der Parameter -R (,,recursive'') verwendet werden.
Standardmäßig blendet Linux versteckte Dateien, mit einem Punkt (,,.'') beginnend, aus. Um auch diese anzuzeigen, muss der Parameter -a (,,all'') verwendet werden.
Möchte man sich die Dateirechte oder den Besitzer eines Verzeichnisses selbst (statt des Inhalts) anzeigen lassen, bietet sich der Parameter -d an.
Probieren Sie die beiden Kommandos
$ ls -l /var/log
und
$ ls -ld /var/log
aus und schauen Sie sich den Unterschied an.
Standardmäßig wird die Ausgabe alphabetisch sortiert. Mit dem Parameter -S erfolgt eine Sortierung nach Dateigröße, -t sortiert nach der letzten Änderung und -u nach dem letzten Zugriff. -r kehrt die jeweilige Sortierung um (beispielsweise absteigend statt aufsteigend).
Um Dateilisten weiter zu verarbeiten, sind möglicherweise die Parameter -m, -p und -1 (die Zahl 1) hilfreich. Der erste gibt eine kommaseparierte Liste aus (CSV). Der zweite fügt an Verzeichnisse (Typ ,,d'') einen Schrägstrich (/) am Ende des Namens an. Der letzte Parameter gibt nur die Dateinamen aus (wie ls), jedoch untereinander statt spaltenweise.
Merke:
Für einen schnellen Überblick genügt
$ ls -halG
Dies kann man sich per Alias (siehe ,,Einrichten von alias'' in freiesMagazin 07/2006 (Link)) beispielsweise auf das Kommando ll (doppel L) legen.
Kleine Übung
1. Zeigen Sie alle Dateinamen des aktuellen Verzeichnisses an, wobei die größte Datei zuerst stehen und die Größenangabe gut lesbar formatiert sein soll.
2. Zeigen Sie alle Dateien der Verzeichnisse /home und /opt inklusive des Inhalts aller Unterverzeichnisse.
3. Zeigen Sie die Dateien des aktuellen Verzeichnisses an, aufsteigend sortiert nach ihrer letzten Änderung. Da Sie die Liste weiterverarbeiten möchten, ist eine spaltenweise Ausgabe nicht wünschenswert (Darstellung untereinander).
Die Lösungen sind dort (Link) zu finden.
Links
http://www.freiesmagazin.de/freiesMagazin-2007-06
| Autoreninformation |
| Matthias Kietzke ist seit Jahren begeisterter Open-Source-Fan. Als Administrator eines Internet-Service-Providers erwarb er umfangreiche Kenntnisse im professionellen Einsatz von Linux. Privat arbeitet der Autor mit Debian und MacOS, seltener auch mit Windows. In seinen Artikeln steht der Anwender im Fokus, denn dieser muss letztendlich die Lösung umsetzen und mit ihr arbeiten können - unabhängig von der Systemplattform. |
| < Zurück | Weiter > |
|---|





