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Erste Hilfe bei Druckerproblemen und dem „Common Unix Printing System“ (CUPS)

Dieser Beitrag ist erschienen bei easys GNU/Linux / Lizenz:  GNU Free Documentation License (GNU FDL) / Autor: Carsten Rohmann. Wenn Sie diesen Artikel weiterverwenden möchten, beachten Sie bitte die Lizenzbedingungen. Vielen Dank.


Erste Hilfe bei Druckerproblemen und dem „Common Unix Printing System“ (CUPS)

von Carsten Rohmann

Wenn der Drucker nicht funktioniert, kann dies viele Ursachen haben. Der folgende Leitfaden soll Ihnen dabei helfen, die häufigsten Fehlerquellen aufzuspüren und zu beheben bzw. nützliche Informationen zu ermitteln, wenn Sie in einem User-Forum Anfragen dazu stellen möchten. Dabei wird vorausgesetzt, dass Ihr Drucker korrekt angeschlossen ist und unter einem anderen (Linux-)Betriebssystem erfolgreich getestet wurde.

Wichtig bei der Suche nach Ursachen für das Nichtfunktionieren von Druckern sind u. a. folgende Fragestellungen:

  • sind alle nötigen Pakete installiert?
  • funktioniert der CUPS-Server?
  • sind passende Druckertreiber installiert?


An einem Fallbeispiel wird exemplarisch die nachträgliche Einrichtung eines Windows-GDI-Druckers beschrieben.

1. Thema: installierte Pakete

Überprüfen Sie bitte im Paketmanager, ob folgende Pakete installiert sind. Natürlich gibt es (leider) je nach der eingesetzten Linux-Distribution Unterschiede. Hier ein vollständiges Beispiel für Slackware Linux 12:

    * ghostscript
    * ghostscript-fonts
    * foomatic-filters
    * hplip
    * cups
    * dbus-python
    * python
    * gutenprint
    * enscript


Wichtig: falls wichtige Programme fehlen sollten, installieren Sie diese bitte mit dem distributionseigenen Paketmanager nach.


2. Thema: CUPS-Server

Starten Sie den CUPS-Server neu über das KDE-Kontrollzentrum:

KDE-Menü > Einstellungen > KDE-Kontrollzentrum > angeschlossene Geräte > Drucker > Druckserver > Server neu starten > Root-Passwort eingeben

Alternativ können Sie als Root den CUPS-Server auf der Kommandozeile neu starten:

killall -HUP cupsd

Überprüfen Sie, ob der CUPS-Server jetzt läuft. So können Sie als Root auf der Kommandozeile testen, ob der CUPS-Server aktiv ist:

ps ax | grep cups

Wenn der CUPS-Server läuft, dann müsste etwas ähnliches wie folgt zu sehen sein:

2947 ? Ss 0:00 /usr/sbin/cupsd
2463 pts/1 S+ 0:00 grep cups

Wenn er nicht läuft, dann sehen Sie etwas ähnliches wie hier:

5949 pts/1 S+ 0:00 grep cups

In diesem Fall können Sie versuchen, den CUPS-Server mit folgendem Kommandozeilen-Befehl zu starten:

/etc/rc.d/rc.cups start

/etc/rc.d/rc.cups stop hält den CUPS-Server wieder an

Für eine intensivere Fehlersuche kann es notwendig werden, die Error_Log-Datei des CUPS-Server zu aktivieren:

/etc/cups/cupsd.conf:
# Log general information in error_log - change "info" to "debug" for
# troubleshooting...
LogLevel debug

Nachlesen können Sie die Protokollierungen dann in:

/var/log/cups/error_log

Wenn die Fehlersuche erfolgreich abgeschlossen ist, sollten Sie den LogLevel wieder auf info zurück setzen, denn sonst erzeugen Sie ungewollt im Laufe der Zeit eine unnötig anwachsende /var/log/cups/error_log, theoretisch bis Ihre Partition, in der /var liegt, mit Daten überläuft ;-)


3. Thema: Druckertreiber

Wenn GNU Linux das CUPS-System zum Drucken verwendet, sind vorrangig die sogenannten PPD files von Interesse.

PPD ist die Abkürzung für PostScript Printer Description (zu deutsch PostScript-Drucker-Beschreibung). Das ist eine Textdatei in der die speziellen Eigenschaften eines PostScript-Druckers beschrieben werden. Dadurch können die Druckroutinen des Betriebssystems bzw. des druckenden Programms die verfügbaren Bildauflösungen, Rasterungsmethoden, Papiergrößen, Papierfächer, eingebauten Schriften usw. berücksichtigen und dem Benutzer ggf. eine Auswahl anbieten, obwohl für alle PostScript-Drucker derselbe Druckertreiber verwendet wird:

Wikipedia-Artikel zu PPDs

Leider liefern nicht alle Hersteller passende PPDs für ihre Druckermodelle mit. Die meisten PPDs, die im Internet für Linux und ähnliche Betriebssysteme erhältlich sind, wurden von Freiwilligen geschrieben.

Genaue Informationen zu PPDs finden Sie in der Adobe PostScript Printer Description File Format Specification:

PPD-Spezifikation von Adobe

Sie brauchen also eine passende PPD Datei für Ihren Drucker!

Hier können Sie online nach einer PPD Datei für Ihren Drucker suchen:

OpenPrinting.org

Bitte laden Sie diese auf Ihren Rechner und speichern Sie diese in ein Verzeichnis, z. B.:

/usr/share/cups/model

Das Vorgehen wird weiter unten anhand eines Fallbeispiel näher erläutert.


Ein Fallbeispiel: der Laser-Drucker Samsung ML 1520, ein typischer „Windows-GDI“-Drucker:

Angenommen Sie haben einen Laserdrucker, eventuell sogar einen typischen „Windows-GDI“-Drucker. Z. B. ein Modell von Samsung, den ML 1520, dessen Einrichtung hier exemplarisch beschrieben wird.

Bei einem GDI-Drucker handelt es sich um einen speziell für den Einsatz unter dem Betriebssystem Windows konzipierten Drucker. Ein Teil der Druckerhardware-Funktionen wird dabei in den Windows-Treiber verlagert. GDI bedeutet: "Graphical Device Interface". Da diese Technik weniger Aufwand erfordert, sind GDI- preiswerter als Normaldrucker. Der Nachteil der GDI-Methode besteht darin, dass diese Drucker nur mit einem speziellen Gerätetreiber funktionieren, der vom Hersteller meist nur für das Betriebssystemen Windows bereitgestellt wird.

Dennoch laufen inzwischen einige GDI-Drucker unter Linux sehr gut, das Modell Samsung ML 1520 gehört dazu.

Eine passende PPD Datei für den Drucker Samsung ML 1520 finden Sie hier:

OpenPrinting.org > Samsung ML 1520


Laden Sie die PPD Datei herunter und speichern Sie diese in Ihrem System, z. B. unter:

/usr/share/cups/model

Schalten Sie ihren Drucker ein und warten Sie einen Augenblick.
Starten Sie dann den CUPS-Server neu, siehe oben.

Rufen Sie im KDE-Kontrollzentrum den Dialog zur Drucker-Einstellung auf:

> KDE-Kontrollzentrum > angeschlossene Geräte > Drucker

> Systemverwaltungsmodus > Drucker/Klasse hinzufügen > folgen Sie den Anweisungen ...

> Druckermodell auswählen/Sonstige: Ort angeben, wo sich der Treiber befindet: z. B. /usr/share/cups/model > ...

> Einstellungen zu Benutzer-Zugriffen ... > Druckernamen vergeben

> Dialog mit O.K. abschließen und verlassen

Alternativ können Sie den Dialog zur Drucker-Einstellung per Kommandozeile aufrufen:

kdesu kcmshell printers > Root-Passwort eingeben

... und verfahren wie oben beschrieben

Zur weiteren Information eine FAQ über Druckermodelle von Samsung:

FAQ Samsung


Falls es mit den PPD Dateien und anderen OpenSource-Treibern nicht funktionieren sollte, gibt es für diesen Drucker sogar proprietäre Druckertreiber des Herstellers:

proprietäre Druckertreiber von Samsung



CUPS Online-Hilfe


CUPS Printing Setup Mini-HOWTO

Die CUPS-Projektseite



Und nun viel Freude an Ihrem Drucker!

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