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Samsung-Druckertreiber im Test

Dieser Beitrag ist erschienen in freiesMagazin 03/2008 / Lizenz:  GNU Free Documentation License (GNU FDL) / Autor: Dominik Wagenführ. Wenn Sie diesen Artikel weiterverwenden möchten, beachten Sie bitte die Lizenzbedingungen. Vielen Dank.

 

Samsung-Druckertreiber im Test  

von Dominik Wagenführ

Die Funktionalität von Hardware unter Linux steht und fällt vor allem mit den Treibern. Sehr oft stellen Hardwarehersteller nur Windows-Treiber zur Verfügung. Samsung ist hier eine Ausnahme, da sie selbst proprietäre Treiber anbieten. Daneben gibt es aber auch noch andere freie Treiberprojekte.

Samsung Unified Linux Driver

Im Samsung Download-Center (Link) findet man beim jeweiligen Druckermodell die ,,Unified Linux Driver''. Die Installation ist sehr einfach, man sollte nur die Installationshinweise (Link) beachten, da der Treiber ansonsten fehlerhafte Rechte auf einige System-Verzeichnisse setzt.

Nach dem Herunterladen und Speichern der Datei

VERSION-UnifiedLinuxDriver.tar.gz

im Homeverzeichnis entpackt man das Archiv, so dass das Verzeichnis

cdroot

entsteht. Um Probleme mit den Berechtigungen zu vermeiden, öffnet man ein Terminal, bewegt sich in das Verzeichnis und passt die Rechte an:

$ cd ~/cdroot

# chown -R root:root *

Achtung:

Vergisst man dies, wird für Verzeichnisse wie

/etc

oder

/usr

der angemeldete Benutzer als Eigentümer gesetzt!

Als Voraussetzung für die Installation muss CUPS, SANE, GhostScript und ein C++-Kompiler (Paket build-essential) installiert sein. Die Installation weist aber bei einem Fehlen darauf hin.

Hier klicken um die Grafik [Samsungs ,,Unified Linux Driver''-Installer] zu sehen

Jetzt kann man das Installationsprogramm per

# ./autorun

starten. Während der Installation muss der Drucker angeschlossen und eingeschaltet sein, sodass dieser vom Installationsprogramm korrekt erkannt wird. Nach der Treiberauswahl ,,MODELLNUMMER (SPL-C)'' sollte das Gerät bereits funktionieren.

SpliX

Wer den proprietären Samsung-Treiber nicht nutzen möchte, kann sich an das freie SpliX-Projekt (SPL Driver for Linux) (Link) halten. Die Entwickler haben größtenteils durch Reverse-Engineering die Treiberfunktionen für einige Samsung- und Xerox-Drucker implementiert. In vielen Distributionen ist der Treiber bereits enthalten und wird automatisch für Samsung-Drucker benutzt. Er kann gegebenenfalls über das Paket splix nachinstalliert werden.

Wer sich den Treiber selbst kompilieren möchte, benötigt folgende Pakete:

  • build-essential

  • cupsddk

  • libcupsimage2-dev

  • libcupsys2-dev

Zusätzlich benötigt man ab Treiber-Version 1.1.0 das JBIG-KIT (Link). Man lädt dazu das jbig-Archiv herunter und entpackt es ins Homeverzeichnis. Danach kompiliert man das Kit und verschiebt die Dateien an die korrekte Stelle:

$ cd ~/jbigkit/

$ make

# cp libjbig/libjbig.a /usr/lib/

# cp libjbig/jbig.h /usr/include/

 

Jetzt kann man das SpliX-Treiberarchiv herunterladen und entpackt es ins Homeverzeichnis. Man wechselt in das entstandene Verzeichnis (hier: Version 1.1.1) und kompiliert/installiert den Treiber mittels

$ cd ~/splix-1.1.1

$ make

# make install


Anstelle

make install

ist es empfehlenswert

checkinstall

zu nutzen, soweit das System dies zulässt. Nach einem Neustart von CUPS mittels

# /etc/init.d/cupsys restart

kann man den Drucker über den Treiber ,,MODELLNUMMER 1.1.0'' dann im System einrichten.

foo2qpdl

Der foo2qpdl-Treiber (Link) ist ein Linux-Druckertreiber für das QPDL-Protokoll. Er kann als Alternative zu SpliX gesehen werden, unterstützt aber weniger Druckermodelle. Der Treiber ist in den meisten Distributionen schon vorinstalliert.

Für die Kompilierung benötigt man einen C++-Kompiler (Paket build-essential). Danach lädt man sich den Treiber (Link) herunter und entpackt das Archiv ins Homeverzeichnis. Mit

$ cd ~/foo2zjs

$ make

kompiliert man ein Hilfsprogramm. Dann muss man die Treiberdateien über

$ ./getweb MODELLNUMMER

mit der jeweiligen Drucker-Modellnummer herunterladen. Diese können per

$ ./getweb

abgefragt werden. Ein

# make install

# make cups

installiert danach die Treiber und startet das Drucksystem CUPS neu. Der Drucker kann dann über die normale Druckerkonfiguration mit dem Treiber ,,MODELLNUMMER Foomatic/foo2qpdl'' eingerichtet werden.

Treiber-Qualität

Jeder der drei Treiber hat seine Vor- und Nachteile, die kurz aufgezeigt werden sollen. Als Beispiel wurde der Farblaserdrucker Samsung CLP-300 unter Ubuntu 7.10 ,,Gutsy Gibbon'' mit allen drei Treibern, die alle manuell installiert wurden, getestet. Die in Ubuntu 7.10 enthaltenen SpliX- und foo2qpdl-Treiber sind zu alt und unterstützen den CLP-300 nicht optimal.

Schwarz / Weiß

Was in den Abbildungen nicht so gut zu erkennen ist: Der foo2qpdl-Treiber hat ein klein wenig besseres Schriftbild als der SpliX-Treiber. Über die Qualität des Samsung-eigenen Treibers im Farbmodus braucht man nicht reden, der Graustufenmodus sieht aber gut aus und ist mit dem SpliX-Treiber vergleichbar. Der CLP-300-Drucker in Verbindung mit dem CLP-600-Unified-Treiber erzielt ein recht gutes Ergebnis, auch wenn ein leichter Schatten um die Buchstaben bleibt.

[Grafik mußte aus technischen Gründen leider entfernt werden]

Farbe

Im Farbmodus ist das Bild etwas divergenter und der kleine hier gezeigte Ausschnitt kann das Gesamtbild nicht exakt widerspiegeln. Beim foo2qpdl-Treiber sieht man die einzelnen Druckpunkte, ein Ausdruck wirkt wie in Entwurfsqualität, die Farben werden aber korrekt wiedergegeben. Noch schlechter ist der Ausdruck beim SpliX-Treiber. Die Farben sind viel zu intensiv und etwas verwischt. Ein dunkles Grau wird so zu einem reinen Schwarz. Beim Samsung-Unified-Treiber wirken die Farben sehr kräftig. Leider sind die Buchstaben etwas verwaschen und in Verbindung mit schwarzer Schrift (siehe oben) ist das Gesamtergebnis unbrauchbar. Eine Besonderheit ist der CLP-600-Treiber für den Samsung CLP-300-Drucker. Die Farben wirken nicht ganz so kräftig, so wird ein Hellgrau gleich zu Weiß. Zusätzlich bleibt ein leichter Schatten um jeden Buchstaben. In Verbindung mit schwarzer Schrift (siehe oben) ist das Ergebnis aber annehmbar.

[Grafik mußte aus technischen Gründen leider entfernt werden]

Fazit

Da nur ein Drucker getestet wurde, kann man natürlich keine allgemeingültige Aussage treffen. Dafür, dass Samsung aber über die Spezifikationen der eigenen Drucker verfügt, ist das Ergebnis des Unified-Treibers schlecht. Die freien Treiber liegen vor allem bei schwarzer Schrift meilenweit vorne. Und auch bei der Farbe ist der foo2qpdl-Treiber nicht perfekt, aber im Vergleich mit dem Linux-Unified-Treiber wesentlich farbtreuer.

Es bleibt zu sagen, dass die Unterstützung seitens Samsung besser sein könnte. Wer sich einen Samsung-Drucker kaufen möchte, sollte vorher genau überprüfen, welcher Treiber welches Modell unterstützt und gegebenenfalls vorher in der Gemeinschaft nach der Druckqualität fragen. Denn was ich gelernt habe: Die Aussage ,,Treiber funktioniert'' heißt nicht unbedingt, dass das Druckergebnis verwertbar ist.

Links

http://support.samsung.de/support/support_down_main.aspx
http://ubuntuforums.org/showthread.php?t=341621
http://splix.ap2c.org/
http://www.cl.cam.ac.uk/ mgk25/jbigkit/

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